Der Missionshof

Missionshof Der Missionshof, ehemals „Koloniegut Lieske“, kann auf 100 Jahre sozialer Arbeit im Dienste an den Benachteiligten der Gesellschaft zurückblicken.


„Behinderten Menschen ein Zuhause zu geben und ein erfülltes Leben zu ermöglichen“


- dafür steht der Missionshof Lieske.


 

Die Geschichte über die Entstehung vom Missionshof Lieske


Nach zahlreichen Eigentümerwechseln ging das Rittergut 1897 in den Besitz des „Verein für Arbeiterkolonien Sachsen“ über. Vor dem Hintergrund von sozialen Umwälzungen und Nöten eröffnete der Verein am 17. Oktober 1897 in Lieske seine zweite Einrichtung. Mit Hilfe der Gründung der Kolonie in Lieske ergab sich die Möglichkeit arbeitsfähigen und -willigen Männern, welche entwurzelt und heimatlos geworden waren, eine Wiedereinführung in ein geordnetes und geregeltes Leben zu geben. Die Arbeit des Vereins beruhte auf der Grundlage des christlichen Glaubens, was sich bis heute nicht geändert hat. Im Jahr der Eröffnung nahmen 14 Männer die Arbeit auf dem Gut auf. Diese wurden in den Bereichen der Teich-, Forst- und Landwirtschaft beschäftigt; dies sind heute noch existierende Arbeitsbereiche.

Zu Beginn der 20er Jahre wurde es aufgrund der Inflation schwierig die Kolonie Lieske aufrecht zu erhalten. Durch finanzielle Mittel des Vereins was das Weiterbestehen dennoch möglich. Vor Beginn des zweiten Weltkrieges bot das ehemalige Rittergut eine Kapazität von 60 bis 100 Plätzen zur Unterbringung von Kolonisten. Bis 1945 kämpfte die Kolonie mehrfach um ihre Existenz und hatte schwere Kriegsfolgen zu beseitigen.

1946 übernahm das "Landeskirchliche Amt für Innere Mission" das Rittergut Lieske in seine zentrale Verwaltung, wodurch 1947 eine organisatorische Änderung der Zielstellung erfolgte. Das Koloniegut hatte seitdem eine neue Aufgabe: Kranke Menschen aus therapeutischen Gründen zu beschäftigen und zu beherbergen; wodurch das Koloniegut Lieske entstand.

Im Jahr 1954 beschloss das Landeskirchliche Amt die Struktur des Gutes erneut zu ändern. Es sollte nun als Heim für schwachsinnige erwachsene Männer fungieren. Nach diversen Vorrichtungsarbeiten und Umbauten belegten im November 1954 die ersten 20 schwachsinnigen Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren das Heim. In Lieske fanden die jungen Männer ein Zuhause, obwohl es in dieser Zeit eine Behindertenarbeit, wie sie im heutigen Verständnis erfolgt, nocht nicht gab.

In den folgenden Jahren wurden alle möglichen Anstrengungen und Maßnahmen unternommen, um die Lebensumstände der behinderten Menschen zu verbessern.

1976 wurde das Heim auf Wunsch der Mitarbeiter in "Missionshof Lieske, Arbeitstherapeutische Einirchtung für hirngeschädigte Männer" umbenannt. Der Missionshof gliederte sich ab sofort in die Bereiche Arbeitstherapeutische Einrichtung für hirngeschädigte Menschen und die Landwirtschaft. Ab 1977 wurden Gewinne durch die Arbeit in der Landwirtschaft erwirtschaftet und für neue Investitionen in beiden Bereichen eingesetzt.

Im Dezember 1992 übernahm das Diakonische Werk die Trägerschaft des "Missionshofes Lieske im Diakonischen Werk Kamenz e.V.".
Unter Diakonie versteht man alle Aspekte des Dienstes am Menschen im kirchlichen Rahmen. Sie unterstützt und berät Menschen, welche in sozial ungerechten Verhältnissen leben.

In den folgenden Jahren erfolgten wieder zahlreiche Um- und Ausbauten des Arbeitsbereiches um das Angebot zu erweitern, die Bedingungen zu verbessern und die Voraussetzungen für eine marktwirtschaftliche Arbeitsweise zu schaffen. Der Missionshof Lieske ist die einzigste Einrichtung in Sachsen, die Behindertenarbeit und Landwirtschaft in dieser Form kombiniert.

Auch im Wohnbereich gab es immer wieder Veränderungen und Umstrukturierungen, die die Lebensqualität der Bewohner verbessert haben.

Das Betreuungskonzept des Missionshofes geht davon aus, dass es keine besonderen Kategorien von Menschen gibt. Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung haben diesselben Rechte wie gesunde Menschen. Den behinderten Menschen wird ein normaler Tagesrhythmus, d.h. Wohnen, Arbeiten und Freizeit ermöglicht. Die allgemeine Zielsetzung des Missionshofes ist auf dem christlichen Glauben und den Grundsätzen des Diakonischen Werkes begründet.



 


Der idyllisch gelegene alte Gutshof ist nach gründlicher Rekonstruktion in ursprünglicher Schönheit, aber mit modernster Innenausstattung zum begehrten Wohn- und Arbeitsplatz für 83 geistig behinderte Männer und Frauen geworden.

Im Missionshof Lieske finden behinderte Menschen, die eine enge Bindung an die Natur und an das Leben unter dörflichen Verhältnissen haben, ein interessantes Betätigungsfeld.